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konfiguriert

Linux auf dem Apple iBook 500

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Achtung: Da ich kein iBook mehr besitze wird diese Seite nicht mehr aktualisiert.

Inhaltsverzeichnis

Vor der Installation

Vor der Installation sollte festgelegt werden, welche Systeme installiert werden sollen. Es ist problemlos möglich, Mac OS 9, OS X und Linux nebeneinander auf einer Platte zu installieren.

Eine empfahlenswerte Reihenfolge für die Installation ist OS X - OS 9 - Linux. Die erste Partitionierung nimmt man dann während der Installation von OS X vor. Bei dieser Gelegenheit richtet man eine HFS-Partition für Linux ein und gibt ihr einen aussagekräftigen Namen, z.B. Debian. Diese Partition wird im Laufe der Debian-Installation wieder gelöscht, sie dient nur der Vereinfachung des Installationsvorgangs. Danach werden in gewohnter Manier die Apple-Betriebssysteme in ihre jeweiligen Partitionen installiert.

Installiert man nur Debian, braucht man diese Vorbereitungen natürlich nicht.

Installation

Die Installation von Debian ist ziemlich problemlos. Zur Installation des Basissystems gibt es prinzipiell zwei Möglichkeiten: Entweder mit Hilfe von yaboot oder mit einer minimalen Boot-CD.

Zur ersten Methode gibt es eine ausführliche Anleitung.

Um von der Installations-CD zu booten drückt man während des Boot-Vorgangs die Taste c. Es erscheint ein Prompt (boot:), dort gibt man install-safe ein (zu diesem Zeitpunkt ist noch das amerikanische Tastaturlayout aktiv!). Die meisten nun vorzunehmenden Einstellungen sind selbsterklärend. Nachdem die Tastatur- und Spracheinstellungen erledigt sind, geht es an die Partitionierung der Festplatte.

Das mac_fdisk ist nicht gerade ein Musterbeispiel für Benutzerfreundlichkeit, allerdings ist es relativ einfach zu bedienen. Falls Linux das einzige Betriebssystem auf dem System sein wird, kann man einfach mit i die ganze Partitionstabelle löschen und dann mit c neue Partitionen anlegen. Die "richtige" Aufteilung der Festplatte gibt immer wieder Anlass zu Diskussionen, ich persönlich bevorzuge eine einzige grosse Root-Partition ohne Swap-Partition. Die Anleitung beschränkt sich daher auf dieses Szenario. Hier die nötigen Eingaben:

p    Partitionstabelle anzeigen. So findet man die Nummer der Zielpartition. In der Folge steht 10 für diese Nummer. 
d    Partition löschen. Es wird nach einer Nummer gefragt. 
10   Die Nummer der zu löschenden Partition. 
b    Eine Apple_Bootstrap Partition erstellen. Diese wird unbedingt benötigt, sonst wird man später sein Linux nicht booten können. 
p    Nochmals Partitionstabelle anzeigen. Der freie Platz liegt nun an anderer Stelle, z.B. 11. 
c    Neue Partition erstellen. Es wird dann nach dem Anfangssektor gefragt. 
11p  Die neue Partition soll am Start des freien Bereiches anfangen. 
11p  Die neue Partition soll den gesamten freien Bereich füllen. 
root Name der Partition. 
w    Partitionstabelle schreiben. 
q    fdisk beenden. 

Man muss jetzt nicht alle vom Installer-Programm vorgeschlagenen Schritte ausführen, die folgende Reihenfolge ist im Fall des iBooks die einfachste:

  • "Keine Swap-Partition verwenden"
  • "Formatieren und Einbinden einer Linux-Partition" Die Frage nach dem Wurzeldateisystem kann man bejahen.
  • "Installation von Kernel und Modulen" Als Quelle gibt man CDROM an.
  • "Konfiguration des Netzwerks"
  • "Installation des Basissystems" Als Quelle gibt man Netzwerk an.
  • "Das System bootfähig machen"
  • "Neustart des Systems"

Im Prinzip ist die Installation nun beendet und man hat ein funktionierendes Minimalsystem. Nach dem Reboot und einigen Einstellungen kommt die Frage, ob man Tasksel ausführen möchte. Als Debian-Neuling sollte man hier mit ja antworten und eine entsprechende Auswahl vornehmen. Sicher auswählen sollte man X window system und C and C++, empfehlenswert für Anfänger ist auch desktop environment.

Ob dselect ausgeführt werden soll, muss jeder selber wissen, ich würde es lassen.

Nachdem die Pakete gezogen und installiert sind, werden noch einige Konfigurationen nötig sein.

Konfiguration

X window system (ohne 3D-Beschleunigung)

Kann man auf 3D-Beschleunigung verzichten, so ist die X-Konfiguration simpel, sie wird bei der Installation automatisch ausgeführt, nachträglich kann sie mit dpkg-reconfigure xserver-xfree86 aufgerufen werden. Es müssen folgende Einstellungen vorgenommen werden (bei allen anderen kann die Voreinstellung übernommen werden):

X server driver: ati 
keyboard layout: de_CH für eine Schweizerdeutsche Tastatur 
mouse port: /dev/input/mice 
Monitor is an LCD device: Yes 
method for selecting your monitor characteristics: medium 
monitor's best video mode: 1024x768 @ 75Hz 
video modes: [*] 1024x768 
default color depth: 24 

X window system (mit 3D-Beschleunigung)

Eines vorneweg: Die 8 MB Video-RAM der im iBook 500 verbauten ATI Rage 128 Mobility LF (AGP) reichen nicht für 3D-Beschleunigung bei 24 Bit Farbtiefe, man muss sich mit High-Color (16 Bit) begnügen, wenn prboom oder Armagetron nicht zur Diaschau verkommen sollen.

Anleitung zur Konfiguration der 3D-Beschleunigung (allerdings für die Radeon-Version, für die Rage Mobility läuft es aber fast gleich)

Grundsätzlich braucht man folgendes:

  • Eine neue Zeile in /etc/sources.list:
deb http://people.debian.org/~daenzer/dri-trunk/ ./
apt-get install xlibmesa3-dri-trunk xserver-xfree86-dri-trunk drm-trunk-module-src 
  • Das Kernelmodul agpgart
  • Das Modul r128 aus dem drm-trunk-module (nicht radeon)
  • In /etc/X11/XF86Config-4 müssen in der Section Module die Module glx und extmod aufgeführt sein
  • Eine Section DRI muss ebenfalls da aufgeführt sein:
Section "DRI"
       Mode    0666
EndSection

Damit sollte das Ding laufen. Einfach sicherstellen, dass die Module agpgart und r128 geladen sind und auch bleiben.

Kernel backen

Der mitgelieferte Kernel ist für das iBook schlecht geeignet. Benjamin Herrenschmidt stellt speziell angepasste aktuelle Kernel-Sourcen zur Verfügung. Mit folgenden Befehlen holt man sich die Kernelsourcen (rsync muss installiert sein, dies geschieht mit apt-get install rsync):

mkdir /usr/src/benh_kernel
rsync -avz rsync.penguinppc.org::linux-2.4-benh /usr/src/benh_kernel

Einen Patch (Kernel 2.4) für den VGA-Ausgang stellt Owen Stampflee auf seinen Seiten zur Verfügung. Ein Port des Patches auf Kernel 2.6 wurde auf der Debian-Kernel-Mailingliste gepostet. Ich habe beide Patches noch nicht selber ausprobiert.

Mit make menuconfig konfiguriert man sich den Kernel. Mein .config darf gerne als Ausgangspunkt verwendet werden, allerdings ist es sicher nicht optimiert, aber Sound, Powermanagement und Mac on Linux laufen damit.

Danach bastelt man sich ein Debian Kernel-Package. Zuerst muss das Paket kernel-package installiert sein. Dann kann man mit make-kpkg kernel_image den Kernel kompilieren und das Debian-Paket liegt dann unter /usr/src. Dieses installiert man nun mit dpkg -i paketname.

Sound

Nach einem Reboot sollte der Soundsupport aktiv sein. Man muss noch die berechtigten User der Gruppe audio hinzufügen mit adduser username audio. Evtl. hilft das nichts, wer dann nicht basteln will, kann auch mit chmod 666 /dev/dsp und chmod 666 /dev/mixer die Berechtigungen der entsprechenden Devices anpassen. Das CD-ROM im iBook besitzt anders als gängige PC-CD-ROMs nicht die Fähigkeit, Audio-CDs direkt abzuspielen, man benötigt also einen Player der das selber kann. Für xmms gibt es das xmms-CdRead-Plugin, bei Debian reicht ein apt-get install xmms-cdread.

Mac on Linux

Um Mac on Linux verwenden zu können muss irgendwo Mac OS 9 oder OS X installiert sein. Ausserdem braucht man zusätzliche Kernel-Module. Mit apt-get install mol mol-modules-source installiert man sich die benötigten Pakete. Die Installation der Module ist eine kurze Sache:

# cd /usr/src
# tar xvzf mol-modules.tar.gz
# cd modules/mol
# make install

Falls dies fehlschlägt muss man in Rules.make den Pfad zu den Kernel-Sourcen anpassen:

KSRC    ?= /usr/src/benh_kernel

Dann konfiguriert man die Videomodi von mol mit molvconfig. Weitere Anpassungen der Konfiguration sind in der Regel nicht nötig. Um allerdings funktionierendes Netz zu bekommen, muss der Kernel ip_forwarding unterstützen, welches erst wie folgt eingeschaltet werden muss:

echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/conf/eth0/forwarding
echo 1 > /proc/sys/net/ipv4/conf/all/forwarding

Mit einem startmol --osx startet man den Emulator. Es empfiehlt sich, das Kommando von einer Konsole oder aus einer su - Umgebung auszuführen, da die Fullscreen-Version viel schneller ist als die X-Version. Nach dem ersten Start sollte auf dem OS X-Desktop ein Volume MOL Install auftauchen, welches ein unter OS X.2.x installierbares Treiber-Paket enthält. Damit bekommt man nun auch Sound-Unterstützung innerhalb von MOL.

Modem

Das interne Modem hab ich nicht getestet, es sollte aber mehr oder weniger out-of-the-box funktionieren. dmesg gibt bei mir folgende Zeilen aus:

macserial: i2c-modem detected, id: 1
PowerMac Z8530 serial driver version 2.0
tty00 at 0xd98de020 (irq = 22) is a Z8530 ESCC (internal modem)
tty01 at 0xd98e5000 (irq = 23) is a Z8530 ESCC
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